Listen

All Episodes

Audio playback

Argumentieren und Erörtern in der 10. Klasse

Wir sprechen über alles, was 10. Klässler beim Argumentieren und Erörtern wissen müssen: Textanalyse, Aufsatztypen und aktuelle Themen. Lena und Markus geben Einblicke, praktische Beispiele und Tipps für schriftliche und mündliche Prüfungen.

This show was created with Jellypod, the AI Podcast Studio. Create your own podcast with Jellypod today.

Is this your podcast and want to remove this banner? Click here.


Chapter 1

Textgebundene Erörterung: Analyse trifft Argumentation

Lena Schmidt

Hallo und willkommen zu einer neuen Folge von Klasse10! Ich bin Lena, wie immer dabei mit Markus. Heute geht’s um etwas, das jeder Zehntklässler irgendwann machen muss: das Argumentieren und Erörtern. Markus, ich glaube, da zucken schon manchen Schülern die Schultern, oder?

Dr. Markus Weber

Ja, das stimmt tatsächlich, Lena. Die textgebundene Erörterung klingt erstmal mega technisch, aber das ist eigentlich ’ne spannende Sache – da kommt alles zusammen, was man so in Deutsch können muss. Also, lesen, analysieren und dann noch den eigenen Senf dazugeben, möglichst logisch bitte. Das ist definitiv prüfungsrelevant. Ich hab das Gefühl, gerade im Abschluss immer wieder dran: Die Schüler bekommen ja meistens irgendeinen Sachtext vorgesetzt. Neulich war das in einer Klausur ein Zeitungsartikel über Social Media – ich weiß nicht, Social Media wird gefühlt immer genommen – und dann sollten sie herausfinden: Wie argumentiert der Autor eigentlich? Was sind seine Hauptpunkte? Und wo setzt er rhetorische Mittel ein, also Metaphern, Übertreibungen oder halt so typische Wiederholungen, um zu überzeugen.

Lena Schmidt

Ja, und ich würde sagen, viele unterschätzen den Analyse-Teil. Also, man muss nicht einfach nur sagen: „Hier sind seine Argumente.“ Sondern, wie du meinst, Markus, auch wirklich zeigen, wie baut der Autor die Argumente auf, wo wiederholt er sich oder wo gibt's Stellen, die einen besonders überzeugen oder eben gar nicht. Das ist manchmal richtig knifflig, weil, naja, einige Texte sind so geschrieben, dass sie einen auf eine bestimmte Richtung schubsen wollen. Da hilft’s, die eigenen Gedanken wirklich kritisch zu prüfen.

Dr. Markus Weber

Genau, und das ist dann schon die halbe Miete. Und ehrlich, das kritische gegenlesen, also, ich sag meinen Schülern immer: Hinterfragt die Argumente. Ist das logisch, was der Autor da auffährt? Gibt’s vielleicht Gegenbeispiele aus dem eigenen Alltag? Oder hat er irgendwo ein bisschen übertrieben? Bei dem Social-Media-Artikel meinten ein paar, dass der Autor viel zu einseitig ist – da rollte dann einer die Augen und meinte: „Also, ich finde Social Media gar nicht so gefährlich, wie er tut.“ Das ist super, wenn Schüler sich das trauen – kritisch auseinandernehmen, nicht alles nachplappern. Diese Verbindung aus Analyse und eigener Stellungnahme, das wird echt geübt.

Chapter 2

Freie Erörterung: Struktur, Beispiele und Sprachliche Mittel

Lena Schmidt

Und jetzt kommt der Teil, den viele eigentlich mögen, jedenfalls, wenn man’s mal verstanden hat – die freie Erörterung. Hier sucht ihr euch quasi die Argumente selbst, ihr seid nicht an einen vorgegebenen Text gebunden. Der Aufbau ist ja erstmal ganz klassisch, oder, Markus? Einleitung, Hauptteil, Schluss. Klingt basic, ist aber die Basis für alles, was später kommt.

Dr. Markus Weber

Absolut, und im Prinzip ist das die perfekte Gelegenheit, das Argumentieren zu üben, ohne die Vorgaben eines Texts. In der Einleitung oft erstmal die These nennen – also was soll diskutiert werden? Dann, im Hauptteil, Argument um Argument. Und, ganz wichtig, die Argumentationskette einhalten: These, dann das Argument, dann ein Beispiel. Und nicht nur irgendein Beispiel, sondern eines, das wirklich beweist, dass das Argument Hand und Fuß hat. Ich sag immer, ein gutes Beispiel rettet selbst das schwächste Argument.

Lena Schmidt

Haha, ja, das stimmt! Ich erinnere mich noch an meine erste Erörterung – das war die Frage: „Sollte der ÖPNV für Schüler kostenfrei sein?“ Also, ehrlich, ich hatte so viele Konjunktionen im Text wie nie zuvor: „zwar“, „aber“, „darüber hinaus“, „folglich“ – das klingt erstmal so nach auswendig gelernten Wörtern, aber die machen echt den Text flüssiger. Und mein Beispiel damals – ich hab erzählt, wie mein Bruder immer sein Ticket vergisst und Stress bekommt – das war irgendwie so alltagsnah, dass meine Lehrerin meinte: „Gutes Beispiel, das macht’s überzeugend.“ Ich glaube, da unterschätzt man echt, wie viel ein passendes Alltagsbeispiel bringt.

Dr. Markus Weber

Ganz genau, Lena. Und viele Schüler reißen ja die Argumente so an, nach dem Motto: „Ja, das ist halt so.“ Aber, ich mein, ohne Begründung und Beispiel bleibt es einfach dünn, sagt der Korrektor dann. Und die Sprache – verbindende Wörter, logische Verknüpfungen – die sind nicht nur für den Lehrer wichtig, sondern helfen euch auch selbst, den roten Faden zu halten. Ihr merkt dann, ob das Argument wirklich das nächste logisch ergänzt. Ich ertapp mich manchmal selbst dabei, dass ich in eigenen Texten Sprünge mache, die dann gar keinen Sinn mehr ergeben. Passiert jedem, nur nicht verzweifeln, weitermachen, verbessern, das ist der Trick.

Chapter 3

Themenrelevanz: Aktuelle Debatten und mündliche Prüfungen

Lena Schmidt

Und thematisch ist das ja alles andere als langweilig. Inzwischen kommen da richtig aktuelle Sachen dran, Medien, Umwelt – oder ganz heiß gerade: Künstliche Intelligenz. Ich finde, da merkt man echt, wie sehr Erörterungen an die Wirklichkeit andocken, oder? Also, Social Media im Unterricht – ich weiß, viele von euch diskutieren das privat sowieso schon, jetzt halt auch mal schriftlich. Markus, du hast doch mal von so ’ner Debatte in deiner Klasse erzählt?

Dr. Markus Weber

Oh ja, das war spannend! Wir haben mal in einer zehnten Klasse richtig hitzig über Schuluniformen diskutiert. Da flogen echt die Argumente hin und her – die einen fanden, Uniformen nehmen Individualität weg, die anderen sagten, es gibt weniger Mobbing. Und ehrlich, solche Themen sind super für mündliches Argumentieren. Besonders für die, die sonst eher schüchtern sind. Sie üben, ihre Standpunkte klar und strukturiert zu vertreten – auch mal auf Gegenargumente eingehen, nicht direkt beleidigt sein, sondern versuchen, überzeugend zu bleiben. Da versuch ich immer, dass jeder wenigstens zwei gute Argumente bringt – und im Idealfall noch ein Beispiel. Damit läuft auch jede Präsentationsprüfung besser, ich verspreche’s!

Lena Schmidt

Das ist echt ein guter Tipp. Ich find, manchmal vergisst man, dass das Mündliche genauso zählt wie das Schriftliche. Im Unterricht einfach mal ausprobieren, in kleinen Runden Argumentieren üben, sich auch mal trauen, gegen die eigene Meinung zu argumentieren – das bringt richtig viel für Prüfungen oder spätere Diskussionen im Leben. Und, Markus, ich glaub, das war’s für heute... aber die Themen gehen uns ja nicht aus, oder?

Dr. Markus Weber

Nein, da kommt noch viel mehr, Lena! Und falls ihr Themenwünsche habt, schreibt uns gern. Dann hören wir uns in der nächsten Folge von Klasse10 wieder. Bis bald und danke fürs Zuhören. Tschüss, Lena!

Lena Schmidt

Tschüss Markus, und tschüss an euch alle! Macht’s gut und viel Erfolg beim Argumentieren – wir hören uns!